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Pauschalsystem (contribuenti minimi)
Mit dem Haushaltsgesetz 2008 wurde ein neues Abrechnungsverfahren für Steuersubjekte mit marginalen Umsätzen eingeführt. Dieses Pauschalverfahren gilt unter gegebenen Umständen als das natürliche Abrechnungsverfahren für das Steuersubjekt.

Das neue Pauschalsystem betrifft nur physische Personen, und zwar Unternehmer und Freiberufler, welche folgende Voraussetzungen erfüllen:
- im Vorjahr (2007) Umsatzerlöse bzw. Einnahmen von nicht mehr als 30.000,00 Euro erzielt haben; (Bei Tätigkeitsbeginn im Laufe des Vorjahres ist die Schwelle im zeitlichen Verhältnis anzupassen.)
- im Vorjahr keine Exporte und gleichgestellte Dienstleistungen getätigt zu haben; (Innergemeinschaftliche Lieferungen und Leistungen sind dabei nicht zu berücksichtigen.)
- Keine Vergütungen im Vorjahr an unselbstständige Arbeitnehmer, an freie Mitarbeiter oder für stille Beteiligungen hatten; 
- in den drei vorhergehenden Geschäftsjahren nicht mehr als Euro 15.000,00 an Anlagegütern erworben haben. (Es zählen dabei nur die Ankäufe, nicht die Abgänge bzw. Verkäufe. Die teils privat genutzten Anlagegüter zählen zu 50 %.

Vom Pauschalsystem sind explizit ausgeschlossen: 
- jene Tätigkeiten, für die ein besonderes Abrechnungsverfahren besteht (Landwirte, Reisebüros, Verlagswesen, usw.);
- jene Tätigkeiten betreffend den Verkauf von Gebäuden, Grundstücken, sowie Pkws und anderen Nutzfahrzeugen;
- Ausgeschlossen sind schließlich Unternehmer und Freiberufler, die trotz der oben angeführten Voraussetzungen eine Beteiligung an Personengesellschaften oder an GmbHs, welche für die Transparenzbesteuerung optiert haben, besitzen.

Wenn die vorhergehenden Voraussetzungen gegeben sind, ist für den Steuerpflichtigen automatisch das Pauschalsystem anzuwenden.
Man kann aber ausdrücklich für die normale Buchführung optieren, indem man sich dementsprechend verhält, also die Rechnungen mit MwSt. ausstellt. In der MwSt. Jahreserklärung wird im eigens dafür vorgesehenen Feld dieses Verhalten gekennzeichnet.

Die Rechnungen müssen weiterhin ausgestellt werden, wobei dies ohne Anführung der MwSt. erfolgt, und dafür folgende Begründung in der Rechnung angeführt werden muss: „Umsätze im Pauschalverfahren laut Art. 1, Abs. 100 des Haushaltsgesetzes 2008“.
Des Weiteren müssen die Eingangsrechnungen aufbewahrt und fortlaufend nummeriert werden. Der Steuerpflichtige ist von allen restlichen Verpflichtungen  im Bereich der MwSt. befreit, so z.B. die Führung der Buchhaltung, die Abgabe der Kunden- und Lieferantenlisten, die monatliche oder vierteljährliche Abrechnung, sowie alle mit der normalen Buchhaltungspflicht einhergehenden Verpflichtungen.

Im Bereich der Einkommenssteuer wird eine Ersatzsteuer in Höhe von 20 % einbehalten. Die Ersatzsteuer wird auf das steuerpflichtige Einkommen berechnet, welches sich aus der Differenz zwischen den Einnahmen und den  Ausgaben ergibt. Es gilt somit für Freiberufler und Unternehmer das Kassaprinzip. Die lokalen IRPEF Zuschläge und die Wertschöpfungssteuer IRAP sind nicht geschuldet.
Für Freiberufler muss weiterhin vom Auftraggeber der Steuereinbehalt einbezahlt werden.

Die Subjekte im Pauschalsystem sind von der Wertschöpfungssteuer IRAP ausgeschlossen.

Ebenfalls sind die Subjekte im Pauschalsystem von den Fachstudien und den Parametern befreit.

Neben den oben erwähnten Vorteilen, bringt das Pauschalsystem auch Nachteile mit sich:
- Die verrechnete MwSt. für den Kauf von beweglichen Anlagegütern in den letzten fünf Jahren muss anteilsmäßig an den Staat zurückerstattet werden.
- Auch die MwSt. auf die zum 31.12.2007 im Inventar aufgenommenen Waren, welche im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits verrechnet wurde, muss an den Staat zurückgezahlt werden. 
- Für den Übergang in das Pauschalsystem oder umgekehrt vom Pauschalsystem in das normale Abrechnungssystem gelten umfangreiche Übergangsbestimmungen, deren Anwendung nicht einfach ist.

 Rundschreiben Agentur der Einnahmen Nr. 73/E vom 21.12.2007
 Rundschreiben Agentur der Einnahmen Nr. 7/E vom 28.01.2008

 
 
 
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